Kirsten Perleberg

Geboren wurde ich in einer Großstadt, doch aufgewachsen bin ich auf dem Land. Dort ging ich zur Schule, nett und unauffällig. Nachdem ich meine Kindheit unbeschadet überstanden hatte, wanderte ich als fröhliche Jugendliche nach England aus, vordergründig um die Sprache besser zu erlernen. Hintergründig war es Pubertät.

Alles gelang mir recht gut, bis heute pflege ich meine Liebe zum britischen Humor. Heimgekommen entschied ich mich spontan nach meinen kreativen Wurzeln zu suchen. Beherzt und optimistisch stürzte ich mich ins Leben. Künstlerisch unverdorben besuchte ich eine Kunstanstalt, die ich Jahre später mit hohen Idealen verließ. Grimmig und entschlossen zog ich daraufhin nach Berlin. Nach einer sehr wilden Zeit befiel mich das Bedürfnis nach Ruhe, Beschaulichkeit und einem gepflegten Bad. Ich beschloss, gesünder zu leben und plötzlich war ich verheiratet und hatte ein Baby.

Ein glücklicher Zufall ließ mich von einer einjährigen Schulung wissen, an der ich den Umgang mit dem Computer erlernen durfte. Froh ergriff ich diese Gelegenheit und erfand mich für sehr kurze Zeit als Grafikerin und Webdesignerin.

Älter geworden und immer noch aufgeschlossen für alles hatte ich die kluge Idee mein Wissen an Andere weiterzugeben, um auf diese Weise Platz für neue Eindrücke zu schaffen. So hatte ich die große Freude, viele Jahre in verschiedenen Einrichtungen mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, von denen auch ich viel gelernt habe und die meine künstlerischen Vorstellungen vom Kopf auf die Füsse stellten.

Die Kunstwelt wurde für mich wieder zu einem schönen Universum, bevölkert mit interessanten Menschen und ihren großartigen Ideen. Selbst das Museum, in welchem ich mit Besuchern auf Entdeckungsreise ging, war ein lebendiger Ort geworden.

Das große Geheimnis war das Konzept: no budget. Erstaunlich ist, mit wie wenig materiellem Aufwand es möglich ist, seine Vorstellungen und Beziehungen zur Welt sichtbar zu machen. Zwar beeinflusst das Material das Ergebnis im Erscheinungsbild, jedoch ohne die Vorstellung dessen, was man zum Ausdruck bringen möchte, zu schmälern. Das ist eine Erkenntnis, die mich sehr beeindruckt hat.

Mit der Kraft einer Amaryllis starte ich nun in den Lebensabschnitt, den man „60 ist das neue 40“ nennt. Es ist schön, eine große Familie im modernen Sinn zu haben. Freundinnen und Freunde, die allesamt eines verbindet: die Liebe, Verantwortung und die Leidenschaft zu dem, was sie tun.

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